Volksfest Schweinfurt
Sonntag, 22. Juli 2018

Wespen und Hornissen sind nur was für Fachleute

Wespen und Hornissen sind nur was für Fachleute

 

44 Feuerwehrleute nahmen an einer Schulung für den Umgang mit Hautflüglern in Zeil teil

 

Zeil. Die Angst vor Wespen und Hornissen ist immer noch größer als die Gefahren, die tatsächlich von ihnen ausgehen. Davon ist Philipp Engel, ehrenamtlicher Wespen- und Hornissenberater beim Kreisfeuerwehrverband Haßberge, überzeugt. Der Feuerwehrmann und Manfred Husslein, Fachreferent für Naturschutz und Landschaftspflege am Landratsamt Haßberge, haben im März am Netzwerktreffen der bayerischen Wespen- und Hornissenberater teilgenommen und haben kürzlich im Zeiler Feuerwehrhaus eine Fortbildung für Feuerwehrleute zum Thema Wespen- und Hornissenschutz abgehalten. „Die Resonanz war sehr gut“, freut sich Manfred Husslein über das große Interesse der Freiwilligen Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis. Insgesamt absolvierten 44 Feuerwehrleute aus 13 Ortsfeuerwehren die Schulung und sind somit zertifiziert bei Wespen- und Hornissenproblemen die betroffenen Bürger zu beraten und gegebenenfalls auch Umsiedlungsaktionen durchzuführen. „Wespen, Hornissen, Wildbienen und Hummeln stehen unter Naturschutz. Sie spielen eine wichtige Rolle in unserem Ökosystem. Die Nester dürfen nicht einfach zerstört werden“, so Husslein. „Hier müssen fachkundige Personen einbezogen werden, die die Situation vor Ort richtig einschätzen, die Betroffenen fachlich beraten und notfalls das Nest fachgerecht umsetzen können.“ Zunächst ist es wichtig zu erkennen, um welche Art von Hautflüglern es sich handelt. Denn es gibt hunderte von Arten. Viele sind nicht aggressiv, oder haben sogar überhaupt keinen Stachel. Alle Arten sind für den Menschen höchst nützlich - zum Beispiel bei der Schädlingsbekämpfung im Obst- und Gemüseanbau und vor allem bei der Bestäubung vieler Nutzpflanzen. Die Feuerwehrleute lernten bei der Schulung in Zeil unter anderem die verschiedenen Wespenarten zu unterscheiden. Weitere wichtige Themen waren Rechtsgrundlagen, der Umgang mit Wespen und Hornissen sowie das Umsetzen von Nestern. Die erfolgreichen Kursteilnehmer können betroffene Bürger in Zukunft aufklären und so nebenbei auch einige landläufige Vorurteile über Wespen und Hornissen ausräumen. Ist im Einzelfall das Umsiedeln eines Wespen- oder Hornissenvolkes tatsächlich nötig, so haben diese geschulten Feuerwehrleute auch gelernt, wie das fachgerecht durchgeführt werden muss. Da Hornissen oder Hummeln besonders geschützt sind, ist hierfür eine naturschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung notwendig. Die Bürgerinnen und Bürger sollen bei einem Problem mit Wespen-, Hornissen-, Wildbienen oder Hummeln zuerst die jeweilige Kommune oder Manfred Husslein von der Unteren Naturschutzbehörde um Hilfe bitten. Diese verweisen dann an die zuständigen Feuerwehren. Der Einsatz der Feuerwehr ist aber freiwillig und kann je nach Gemeinde kostenpflichtig sein. Die Experten der Feuerwehren arbeiten hier Hand in Hand mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Naturschutzbehörde.

 

Bild: Philipp Engel, ehrenamtlicher Wespen- und Hornissenberater beim Kreisfeuerwehrverband Haßberge, demonstrierte bei der Schulung das fachgerechte Umsetzen eines Hornissennestes. Foto: Manfred Husslein