Volksfest Schweinfurt
Samstag, 23. Juni 2018

Euroforest - Global Player im Steigerwald

Euroforest - Global Player im Steigerwald

 

Landrat Wilhelm Schneider besichtigt das Unternehmen in Althütten im Steigerwald

 

NEUSCHLEICHACH. „Euroforest? Nie gehört, vielleicht eine alternative Idee zum Nationalpark?“ Weit gefehlt! Euroforest ist ein inhabergeführtes Unternehmen mit Sitz in Althütten, das eine führende Marktposition als lagerhaltender Importeur und Spezialist für ein- und dreischichtige Laubholzplatten einnimmt. Die Euroforest Products GmbH, so der offizielle Name, hatte um die Jahrtausendwende den ehemaligen Holzverarbeitungsbetrieb Raab übernommen und seitdem kontinuierlich das Produktportfolio verändert. Stand früher die eigentliche Holzverarbeitung im Vordergrund, so widmet sich ein 25-köpfiges Expertenteam heute fast ausschließlich dem Import von Laubholzplatten. Von der einstigen Holzverarbeitung übrig geblieben sind heute nur noch diverse Schnittholzdienstleistungen und die Lohntrocknung von Laub- und Nadelholz-Sägeprodukten für die Sägeindustrie und den internationalen Holzhandel. Firmeninhaber ist der studierte Diplom-Holzwirt Daniel Kreyer. Bei einer Betriebsbesichtigung überzeugten sich Landrat Wilhelm Schneider, Wirtschaftsförderer Michael Brehm, 2. Bürgermeister Hans Albert und Michael Rahn, Büroleiter des Landrats, von der Leistungsfähigkeit des Unternehmens. Der Erfolg des Unternehmens lässt sich nicht nur auf das junge, engagierte Team zurückführen, das in den Büroräumen in Deutsch oder Englisch mit französischen, skandinavischen oder osteuropäischen Kunden kommuniziert. Auch das nahezu vollständig digitalisierte Warenwirtschafts-, Logistik- und Shopsystem trägt mit dazu bei. Hierdurch haben die Mitarbeiter und Kunden stets aktuell einen Einblick, welche Ware gerade im Lager teilautomatisiert gestapelt wird oder welches Frachtgut sich momentan noch auf der Straße befindet. An das Warenwirtschaftssystem angeschlossen ist ein Internet-Shop (www.massivholzplatten-shop.de) für Händler und Endkunden. Dieser Digitalisierungsprozess scheint die größte Herausforderung für den Betrieb dazustellen. „Ein schneller Internetanschluss ist derzeit nur über einen teuren Businesskunden-Vertrag mit der Telekom möglich, von Glasfaser ist weit und breit noch keine Spur. Im Falle eines Leitungsausfalls müssen wir notgedrungen auf ISDN-Kanalbündelung zurückgreifen, um wenigstens mit 128 kBit/s den Anschluss zu halten“, so Bianca Wolfschmidt, die sich vornehmlich um die Stabilität und Sicherheit der IT-Systeme kümmert. „Obwohl wir einen Mobilfunk-Mast vor der Tür sitzen haben, lässt sich keine 4G- oder 5G-Datenübertragung sicherstellen, so dass selbst diese Option ausscheidet“, so Wolfschmidt weiter. Schon bei der kurzen Führung durch den Betrieb wird eines deutlich: die Frauenpower. Rund zwei Drittel der Belegschaft besteht aus Frauen, denen es wegen des familienfreundlichen Betriebs gelingt, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen. Doch der Mitarbeiterstamm ist auch „international“: ein junger, spätausgesiedelter Kollege stammt aus Russland und wurde auf Grund seiner familiären Verbindungen in den Steigerwald auf Euroforest aufmerksam. Logisch, dass er sich mit seinen Sprachkenntnissen vornehmlich um den ukrainischen Markt kümmert. Aber auch bei einigen anderen Beschäftigten wird an der Sprache deutlich, dass es sich um keine „waschechten Franken“ handelt. Dies gilt auch für den Inhaber, der als gebürtiger Hanseate erst durch seine Heirat eine Heimat in Neuschleichach fand. Alles in allem ein bunt zusammengesetztes Team, dem der Chef sein vollstes Vertrauen entgegenbringt und auf das er absolut zählen kann. Ein Team, das sich sichtlich wohl fühlt – im Betrieb und im Steigerwald. Denn die allermeisten wohnen auch dort. „Wer das Leben bei uns einmal erlebt hat, der will doch gar nicht mehr in die Stadt. Wenn ich Freunde und Bekannte in Hamburg besuche, bin ich jedes Mal wieder froh, nach Hause zu kommen“, erzählt Geschäftsführer Daniel Kreyer. Landrat Wilhelm Schneider bedankte sich abschließend für die Betriebsführung und die interessanten Einblicke in den Betrieb. „Ich bin stolz, einen weiteren hidden champion bei uns im Landkreis entdeckt zu haben“.

 

Bild: Geschäftsführer Daniel Kreyer (links) erklärt Landrat Wilhelm Schneider, Büroleiter Michael Rahn, Wirtschaftsförderer Michael Brehm und Oberaurachs zweitem Bürgermeister Hans Albert, wie die Handelsware Massivholzplatten mit der neuen Kommissionierungsmaschine automatisiert erfasst und gelagert werden. Foto: Bianca Wolfschmidt