Volksfest Schweinfurt
Dienstag, 22. Mai 2018

Auf kulinarischer Entdeckungsreise in Bamberg

Auf kulinarischer Entdeckungsreise in Bamberg

 

Mitglieder des BLLV-Kreisverbandes Ebern verbrachten einen informativen und unterhaltsamen Nachmittag

 

Von Jens Fertinger

 

EBERN. Zu einem kulinarischen Spaziergang durch Bamberg mit dem vielversprechenden Titel „Hörnla, Bier und Zwiebeltreter“ hatten sich rund fünfzig Interessenten auf Einladung des BLLV-Kreisverbands Ebern aufgemacht. Am Kranen wurden die Teilnehmer von drei Vertretern des Vereins „Geschichte Für Alle“ empfangen. Christian Hausler und Nikolaus Durst leiteten die Tour, wobei Letzterer sozusagen seine Feuertaufe hatte, bestritt er an diesem Nachmittag doch seine erste „alleinverantwortliche“ Führung – mit Unterstützung von Ulla Hoßfeld, die ihn pädagogisch begleitete. Zwei getrennte Gruppen zogen sodann durch Bambergs Straßen und erfuhren dabei einiges über die Ess-Kultur früherer Zeiten. Bei diesem Streifzug durch die Jahrhunderte erlebten sie die oberfränkische Stadt sozusagen mit allen Sinnen, gab es doch bei jedem größeren Halt an markanten Punkten nicht nur Interessantes zu erfahren, sondern auch immer wieder ein thematisch eingebundenes „Versucherle“. Der prall gefüllte Rucksack der Stadtführer enthielt neben Proben von Süßholz und Malz unter anderem auch Wein und Zwetschgenbaames. Dass es in Bamberg zweierlei „Hörnla“ gibt – nämlich zum einen als Namensbezeichnung für eine beliebte feinschalige Kartoffelsorte zum anderen auch für ein blättriges Buttergebäck –, war den meisten Teilnehmern nicht unbekannt. Auch die Frage, wie Bambergs Bürger zu ihrem Spitznamen „Zwiebeltreter“ kamen, wussten die Stadtführer kompetent zu beantworten. Ein kurzer Aufenthalt vor der Traditionsgaststätte „Schlenkerla“ – hier gab es auch für jeden ein echtes „Bamberger Hörnla“ von der alteingesessenen Bäckerei Seel – stand ebenso auf dem Programm wie ein Blick auf Bambergs jüngsten Weinberg, der anlässlich der Landesgartenschau auf dem Michelsberg angelegt worden war. Wer nun erwartet hatte, dieses seltene Tröpfchen genießen zu dürfen, wurde leider enttäuscht: Es wurde – wohl aus Kostengründen! – Zeiler Wein ausgeschenkt, womit ein Bogen zum benachbarten Unterfranken geschlagen wurde. Vor der abschließenden Einkehr im „Klosterbräu“ – Bambergs ältester Braustätte – mit einer süffigen Bierprobe erzählten die Stadtführer noch Anekdoten über Bambergs Biergärten, von denen leider nur noch zwei traditionell „auf’m Keller“ gelegen sind. Mit ausreichend Wissen versorgt und einer guten Brotzeit gestärkt, trat man am Abend die Heimfahrt an, bei der das Gros der Teilnehmer sich für eine Zugfahrt entschieden hatten.

 

Bild: Hörnla: Bei dem kurzean Aufenthalt vor dem „Schlenkerla“ wurde jeder mit einem echten „Bamberger Hörnla“ aus der Traditionsbäckerei Seel belohnt, das Stadtführer Christian Hausler (links) an die Teilnehmer verteilte.